Sisi. Gelebte Historie

Possenhofen statt Hof – wo die echte Kaiserin ihre Zeit verbrachte

Geboren wurde sie am 24. Dezember 1837 in MĂŒnchen, in der Ludwigstraße 8. Bekannt ist sie auch mehr als ein Jahrhundert nach ihrem Tod. Ein gelebter Mythos ist sie schließlich durch die beliebte gleichnamige Trilogie geworden, die jedes Jahr zu Weihnachten zahlreiche Menschen vor den Fernseher lockt. Die Rede ist von keiner Geringeren als „Sisi“, wie sie genannt wurde, der einstigen Kaiserin Elisabeth von Österreich.
Dieser Beitrag nimmt euch mit auf ihre Spuren, die man bis heute am Starnberger See entdecken kann.

Possenhofen – der Ort am Starnberger See ist noch heute eng mit der einstigen Sisi verbunden.

Wer immer schon gerne die „Sissi-Trilogie“ gesehen hat, dem bietet sich hier die Möglichkeit, auf den Spuren der echten Kaiserin von Österreich zu wandeln. Schließlich hat Sisi einen Großteil ihrer Kindheit in Possenhofen verbracht – außerdem hat sie 24 Sommer im angrenzenden Feldafing genossen.

Der „Kaiserin Elisabeth“-Weg

Wer den Spuren Sisis folgen möchte, hat anhand des gleichnamigen Weges die Möglichkeit. Der Weg fĂŒhrt am Feldafinger Golfhotel „Kaiserin Elisabeth“ vorbei ĂŒber die angrenzenden Parkanlagen zur Roseninsel. Am See entlang gelangt man anschließend zur ehemaligen Sommerresidenz der Familie, Schloss Possenhofen. Weiter geht es durch den Wald in Richtung Possenhofener Bahnhof, wo der Kaiserin zu Ehren ein kleines Museum eingerichtet wurde. Durch die Wolfsschlucht (Starzenbach) fĂŒhrt der Weg schließlich zurĂŒck nach Feldafing, genauer gesagt zum dort gelegenen Bahnhof.

Wer sich in der Gegend aufhĂ€lt, sollte es sich nicht nehmen lassen und einen Abstecher in das Golfhotel „Kaiserin Elisabeth“ in Feldafing unternehmen. Auf der berĂŒhmten Terrasse des damaligen Hotel „Strauch“, in dem Sisi selbst oft genĂ€chtigt hat, kann man es sich beispielsweise mit einem Sisi- oder alternativ einem Golfer-Cocktail gemĂŒtlich machen und seinen Blick ĂŒber die umliegende Umgebung sowie den Hotelpark schweifen lassen.

Das Interieur des Hotels versetzt noch heute in eine Zeit, in der sich Sisi einst durch die RÀume bewegte. An den WÀnden finden sich neben Landschaftsbildern PortrÀts der Kaiserin und Bilder von Sisis Familie. Die Kaiserin logierte Zeitungsberichten zufolge stets in der Suite mit der Nr. 15. Das Mobiliar: original aus jener Zeit!

Im Feldafinger Golfhotel „Kaiserin Elisabeth“ verbrachte Sisi einst selbst zahlreiche Aufenthalte.

Sisi verbrachte einst ihre Aufenthalte hier, wenn sie – nun schon als Kaiserin von Österreich – ihre Familie in Possenhofen besuchte.
Bei einem Spaziergang durch den hoteleigenen Park gelangt man am Ă€ußersten Rand des Areals zu einem Denkmal, welches der einstigen Kaiserin gewidmet ist. Errichtet wurde das lebensgroße Denkmal an dem Ort, an dem sich Sisi frĂŒher immer gern aufgehalten hat, um hier Ruhe zu finden und sich mit einem Buch in der Hand in den Schatten zurĂŒckzuziehen.

Hier im Garten des Hotels „Kaiserin Elisabeth“ war seinerzeit der Lieblingsplatz der Kaiserin.

Gerne unternahm die Kaiserin gemĂ€ĂŸ alten Aufzeichnungen von hier aus auch ausgedehnte Ausritte und SpaziergĂ€nge nach Andechs und MĂŒnchen. Einer der angrenzenden Hotel-StĂ€lle ist noch im Originalzustand erhalten – ausgestattet mit dem Original-Fußboden und den original gekachelten WĂ€nden.
Besuche von König Ludwig II. konnte man seinerzeit hier ĂŒbrigens nicht wirklich wahrnehmen – besuchte er seine Cousine doch stets heimlich und spĂ€t abends.

Die Roseninsel im See ist, wie bereits erwĂ€hnt, eine weitere Station des „Kaiserin Elisabeth“-Weges. Vom Golfhotel ausgehend, ĂŒberquert man auf dem Weg dorthin die angrenzende Parkanlage, die grĂ¶ĂŸtenteils als Golfplatz genutzt wird. 1853 plante König Maximilian II. hier eine großflĂ€chige Parkanlage mit Schloss. WĂ€hrend der Bau des Schlosses allerdings bereits kurz nach der Grundsteinlegung wieder eingestellt wurde, blieb die Parkanlage erhalten. 1926 erfolgte schließlich die GrĂŒndung des Golfclub Feldafing e.V.

Eine Strecke des „Kaiserin Elisabeth“-Weges fĂŒhrt ĂŒber die nahegelegene Parkanlage/den Golfplatz nahe des Golfhotels.

Die Roseninsel: Hier haben sich die Kaiserin und König Ludwig II. von Bayern – der schließlich als MĂ€rchenkönig in die Geschichte einging – einige Male getroffen. Die beiden hatten stets eine enge geistige Bindung zueinander.

Die Roseninsel im Starnberger See war stets ein beliebtes Ausflugsziel von Sisi und ihrem Cousin, König Ludwig II.

Im Sommer 1894 war Sisi zum letzten Mal im spĂ€ter nach ihr benannten Golfhotel in Feldafing. In der Pfarrkirche „St. Peter und Paul“ erinnert ein prunkvolles Fenster an ihre Aufenthalte vor Ort.

Unweit des Golfhotels „Kaiserin Elisabeth“ befindet sich die Pfarrkirche „St. Peter und Paul“.

Gestiftet wurde es ihr zu Ehren von ihrem Mann, Kaiser Franz Joseph I. Ein weiteres ist Sisis Schwester Helene (genannt Nene) gewidmet. Gestiftet von FĂŒrst Albert von Thurn und Taxis zum Andenken an seine Mutter.

Die kleine Kapelle „St. Peter und Paul“ in Feldafing zieren zwei ganz besondere Fenster.

Nach einem Spaziergang am Ufer des Starnberger Sees entlang fĂŒhrt der Weg von der Roseninsel nun weiter in Richtung Possenhofen.

Der Starnberger See bietet sich stets fĂŒr einen Ausflug an und lĂ€dt zu ausgedehnten SpaziergĂ€ngen ein.

Hier befindet sich mit Schloss Possenhofen die ehemalige Sommerresidenz von Sisi und ihrer Familie. Das Schloss befindet sich jedoch heutzutage in Privatbesitz und kann nur von außen durch Hecke und Tor besichtigt werden. Mauerreste des Areals sind ebenfalls noch erhalten.
FĂŒr die Dreharbeiten der Sissi-Trilogie wurde damals ĂŒbrigens das Schloss Fuschl in Hof am Fuschlsee (Österreich) auserkoren.

Wenn man GlĂŒck hat, ist die Hecke um das GrundstĂŒck des Schlosses gestutzt und man hat einen wunderbaren Blick
auf die ehemalige Sommerresidenz der Familie von Elisabeth.

In unmittelbarer NĂ€he zum Schloss hat man vom Ufer aus freie Sicht zum gegenĂŒberliegenden Ostufer. Bei gĂŒnstigen Wetterbedingungen kann man Schloss Berg und die nahegelegene Votivkapelle erblicken. Orte, die bis heute noch mit dem damaligen bayerischen MĂ€rchenkönig verbunden sind. In dem Schloss wurde der König kurz vor seinem Tod interniert. Von dort fĂŒhrte ihn sein letzter Spaziergang zum nahegelegenen Ufer des Starnberger Sees, wo er letztlich unter bis heute ungeklĂ€rten UmstĂ€nden den Tod fand. Oberhalb besagter Stelle ist heute die Votivkirche zu besichtigen, deren Bau zehn Jahre nach dem Tod des Königs von Prinzregent Luitpold in Auftrag gegeben wurde. Vor der Kapelle steht im Wasser des Sees ein schlichtes Holzkreuz, das die Stelle kennzeichnet, an der der leblose Körper Ludwigs II. damals gefunden wurde.

Am Bahnhof Possenhofen können Interessierte schließlich nach Voranmeldung das Kaiserin Elisabeth Museum besuchen. In den RĂ€umlichkeiten des Museums lĂ€sst sich der eine oder andere Schatz besichtigen.

Das Kaiserin Kaiserin Elisabeth Museum im historischen Bahnhof Possenhofen. Foto: Kaiserin Elisabeth Museum Possenhofen e.V.

„Das Museum befindet sich in dem historischen Bahnhof Possenhofen, der 1865 unter Regentschaft von König Ludwig II. in Betrieb genommen wurde. Die prunkvolle Ausstattung wurde von dem Hofarchitekten Georg von Dollmann konzipiert, der auch bei den berĂŒhmten Schlössern maßgeblich mitwirkte“, erlĂ€utert Museumsleiterin Rosemarie Mann-Stein.

Repliken im Kaiserin Elisabeth Museum Possenhofen.
Foto: Kaiserin Elisabeth Museum Possenhofen e.V.

Den internationalen GÀsten wird nach Angaben der Museumsleitung ein 6-sprachinger Audio-Tourguide (deutsch, englisch, französisch, italienisch, spanisch, ungarisch) als Rundgang durch die AusstellungsrÀume kostenlos als App herunterladbar angeboten.
„Auch fĂŒr Kinder ist es spannend: es gibt ein Krönchen Suchspiel und einen Kinder fĂŒr Kinder Audio-Guide. In Corona-Zeiten sind SonderfĂŒhrungen von 1 bis 5 Personen ganzjĂ€hrig, außerhalb der allgemeinen Öffnungszeiten mit FĂŒhrung nach Terminvereinbarung zusĂ€tzlich, möglich. Das Museum ist barrierefrei und auch barrierefrei mit der S6 MĂŒnchen-Tutzing, Halt Possenhofen erreichbar”, so die Museumsleitung weiter.

Der Starnberger See hat nachweislich nicht nur Sisi stets begeistert – so können Interessierte sich ebenfalls auf die Spuren ihres Cousins, König Ludwig II., begeben und dem „König-Ludwig-Weg” folgen. Welche SehenswĂŒrdigkeiten die Region des Starnberger Sees außerdem zu bieten hat, kann man auf den Starnberger See-Seiten nachlesen.

Sisi ist auch nach all den Jahren immer noch mit vielen weiteren Örtlichkeiten in der Alpenregion verbunden – so hat sie beispielsweise auch in Meran und Ischl ihre Spuren hinterlassen. Die Kaiservilla in Ischl ist ĂŒbrigens ein wahrheitsgetreuer Drehort in der Trilogie.

Ihre Spuren fĂŒhrten mich schließlich auch nach Wien, wo ich unter anderem ihren Sarg neben dem ihres Mannes, Franz Joseph I., und ihres Sohnes, Kronprinz Rudolph, in der Kapuzinergruft (Kaisergruft) ansehen konnte.

Die letzte RuhestÀtte von Sisi, Franz Joseph und ihrem Sohn Rudolph in der Wiener Kaisergruft.

Gestorben ist die einstige Kaiserin durch die Hand eines italienischen Anarchisten wÀhrend eines Aufenthaltes am 10. Septembers 1898 am Genfer See.

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